Den Analyseprozess beginnen

 

 

1. Strukturierung des Systems

Wichtige Überlegung im Vorfeld: Wie sieht die Anlagenstruktur aus?

Die Strukturierung des bestehenden oder neuen Systems erfolgt auf einfache Weise, wobei die Strukturelemente universell auf jedes System angewendet werden können.

Kriterien für die Strukturierung:

  • Plant: Gesamtes System – Anlage – Maschine
  • Hardware-Zone (HWZ): Anlagenbereich, wird oft auch als Schutzbereich oder Betriebsartenbereich definiert, in diesem Bereich werden die Betriebsarten Hand und Automatik definiert
  • Sequence: Ist die kleinste logische Einheit in einer Hardwarezone und definiert einzelne Stationen bzw. logische Abläufe und stellt das zentrale Element von Selmo dar

Das reale System und das logische Programm werden so strukturiert und sind im Selmo Standard definiert.

Hier einige hilfreiche Überlegungen:

  • Baugruppen – sind diese eigenständig?
  • Ist es von Vorteil, wenn eine Baugruppe eigenständig ist?
  • Ist es erforderlich, dass manuell gesteuert werden kann?
  • Sind unterschiedliche Sicherheitsbereiche notwendig?

2. Prozess- und Verhaltensanalyse 

Wichtige Überlegung im Vorfeld: Welche Anforderungen und Prozessschritte sind erforderlich?

Dieser Schritt ist von zentraler Bedeutung und wird die Struktur weiter ausbauen und möglicherweise verändern. Es geht hierbei nicht um die Programmierung selbst, sondern um die sorgfältige Überlegung des gewünschten Verhaltens des Systems. In diesem Schritt werden die Anforderungen, die Benutzerfreundlichkeit sowie die prozesskritischen Grenzen definiert. 

Oft genügt es zunächst, festzulegen, dass Prozesse wie Fördern, Bohren und Erwärmen berücksichtigt werden. Ebenso wird entschieden, welche Bearbeitungsschritte möglich sind. Die Anforderungen sind klar und detailliert zu formulieren. 

Dieser Schritt unterscheidet sich deutlich je nachdem, ob es sich um ein bestehendes oder ein neu entwickeltes System handelt.

Hinweise zu Überlegungen:

  • Abläufe: Was passiert wann und unter welcher Abhängigkeit
    • Materialfluss: Materialzufuhr bzw. -abfuhr
  • Welche Prozessschritte will ich überwachen bzw. sind zur Überprüfung erforderlich
  • Festlegung der Parameter

Das Ziel besteht darin, den Prozess zu formulieren und zu verstehen, die Zusammenhänge und Parameter zu erfassen sowie das Verhalten zu analysieren.

3. Technologieanalyse

Wichtige Überlegung im Vorfeld: Welche Technologie wird benötigt, um das gewünschte Verhalten zu erreichen?

Sind die Prozessschritte und Anforderungen definiert, kann die geeignete Technologie ausgewählt und analysiert werden. Bei bestehenden Systemen werden die vorhandenen Technologien erfasst und bewertet. Bei neuen Systemen kann die Technologie frei gewählt und definiert werden.

Wichtige Fragen:

  • Welche Technologien sind erforderlich, um das gewünschte Verhalten zu erzielen?
  • Ist die vorhandene Technologie geeignet, um die Anforderungen zu erfüllen?
  • Gibt es vorgegebene Komponenten, die verwendet werden müssen?
  • Welche Art der Zielsteuerung ist erforderlich?

Ziele:

  • Auflistung aller relevanten Technologien
  • Bewertung und Zuordnung der Technologien
  • Bestimmung des Entwicklungsbedarfs für bestehende Funktionen 
  • Verständnis und Anwendung der ausgewählten Technologien 

Kriterien:

  • Schnittstellen
  • Vorhandene Sensorik und Aktorik auf Verwendbarkeit prüfen
    • Wo benötige ich Sensorik und welche, um den Prozess und das Verhalten abzubilden
    • Wo benötige ich welche Aktorik, um den Prozess und das Verhalten darzustellen

4. Funktionsanalyse

Wichtige Überlegung im Vorfeld: Welche Funktionen sind für einen reibungslosen Ablauf essentiell?

Jedes System verfügt über standardisierte und spezielle Funktionen. Oft gibt es auch spezifische Anforderungen für das Prozessverhalten, wie Berechnungen, Filter, Rampen usw., die zu zusätzlichen Funktionen führen können. Die Analyse soll das Verständnis schärfen und frühzeitig Lösungen anstoßen.

Ziel: Die Erstellung einer Liste aller Funktionen, die Bereitstellung von Funktionsbeschreibungen für Anwender und Benutzer sowie die Klärung von möglichen Lösungsansätzen über Standardfunktionen sind entscheidend.